CHRONIK

Von dem Gedanken getragen, in uneigennütziger Weise dem Nächsten in Not und Gefahr beizustehen, fanden sich im Jahre 1906 einige Idealisten zusammen, um in Fühlingen ein Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

In der Bürgermeisterei Worringen hatte bis dahin nur im Ort Worringen selbst eine Feuerwehr bestanden. Diese Wehr leistete bei Bränden auch in den übrigen Ortschaften der Bürgermeisterei Hilfe. Trotz ihrer Tüchtigkeit bot die Wehr mit den ihr damals zu Verfügung stehenden Feuerlöschgeräten den abgelegten Orten keinen genügenden Feuerschutz, da bis zum Eintreffen der Feuerwehr meist geraume Zeit verging und der Brand größere Ausmaße angenommen hatte, sowie durch das Fehlen von Wasserleitungen eine erfolgreiche Bekämpfung des Feuers sehr schwer wahr, hatte man schon lange die Absicht, in den einzelnen Ortschaften und Dörfern Löschgruppen zu gründen, um bei Gefahr möglichst schnell tatkräftige und ausgebildete Leute zur Verfügung zu haben.

So erfolgte im August 1906 die Gründung der Feiwilligen Feuerwehr Fühlingen. Sie bildete zunächst mit der neu gegründeten Wehr Weiler einen Löschzug, um später ganz selbständig zu werden. Zum Brandmeister wählte man den Kameraden Wilhelm Schaaf. Durch sein Bemühen und das große Interesse und den Fleiß, die die Mitglieder bei den Übungen zeigten, hatte der Ort Fühlingen bald eine gute ausgebildete Wehr, die mehrmals ihr Können unter Beweis stellen konnte. Nach der Beendigung des 1. Weltkrieges, in dem man glücklicherweise nur einen Kameraden zu beklagen hatte, wurde eine Reorganisation der Feuerwehr notwendig. Manches Mitglied konnte sich durch Krankheit oder wegen des vorgerückten Alters nicht mehr aktiv betätigen, so dass jüngere eingereiht werden mussten. An Stelle des zurückgetretenen Wilhelm Schaaf wurde Jakob Blömer neuer Brandmeister. Ihm gelang es, die Wehr auszubauen und viele Interessierte hinzu zu gewinnen. Wenn auch Fühlingen Gott sei Dank nicht allzu oft von Bränden heimgesucht wurde, hatte die Feuerwehr dennoch wiederholt die Gelegenheit, erfolgreich helfend einzugreifen und sich dadurch die Dankbarkeit und Sympathie der Bevölkerung zu sichern. Nachdem die Bürgermeisterei Worringen in den Stadtkreis Köln eingemeindet worden war, gründeten die links- und rechtsrheinische Freiwilligen Feuerwehren im Jahre 1927 einen Kreisfeuerwehr-Verband. Dies bedeutete eine wesentliche Festigung für die bestehenden Wehren.

Nach dem 2. Weltkrieg, der vier aktive Mitglieder forderte, übernahm Heinrich Richartz, die Wehrleitung der Löschruppe Fühlingen, da Brandmeister Jakob Blömer wegen Erreichung der Altersgrenze vom aktiven Dienst zurücktrat. In den ersten sehr schweren Jahren nach dem Krieg baute Heinrich Richartz die Wehr erneut auf. Er leitete sie bis 1948 und übergab sie Johann Paffendorf. Die älteren Mitglieder wurden in die Alters-Abteilung überschrieben, viele jüngere traten der Wehr bei. Da das alte Gerätehaus mit der Zeit unbrauchbar geworden war, erbaute die Stadt Köln im Jahre 1952 ein neues Gerätehaus, das am 7. März 1956 mit einem motorisierten Fahrzeug feierlich der Feuerwehr übergeben wurde.

Nach Erreichen der Altersgrenze wurde Brandmeister Johann Paffendorf von Hubert Leser abgelöst, der die Wehr weiter ausbaute und sie 1963 an Peter Weihrauch übergab. 1967 übernahm die Freiwillige Feuerwehr den Wasserversorgungszug der I. Feuerbreitschaft des Stadtgebietes Köln. 1968 wurde ein zweites Gerätehaus von der Stadt Köln gebaut und am 16.März 1968 feierlich übergeben. In diesen Jahren stieg die aktive Mitgliederzahl auf 35 an. Hinzu kamen 5 Feuerwehrfahrzeuge. Eine Einsatzbereite Feuerwehr war jederzeit in der Lage, schnell und wirksam zu helfen. Am 11. und 12. Mai 1968 richtete die Löschgruppe Köln-Fühlingen den Kreisfeuerwehrtag des Stadtkreises Köln in Fühlingen aus. Neben Schnelligkeitswettbewerben und anderen Wettkämpfen auf dem Sportplatz gab es im Festzelt Kriegerhofstraße/Kasseler Weg Tanzveranstaltungen. Höhepunkt und Abschluss bildete eine Korsofahrt durch Fühlingen. In den Wintermonaten 1973/74 wurde innerhalb der Wehr der Vorschlag laut, durch einen Tag der offenen Tür die Aktion Sorgenkind zu unterstützen. Am 11. und 12. Mai 1974 fand bei herrlichem Wetter die diesbezügliche Veranstaltung statt.

Der 11 Mai stand ganz im Zeichen eines großen Fußballmatches zwischen den Damen der Worringer und Fühlinger Feuerwehr. Es schloss sich ein Fußballspiel der Fühlinger Feuerwehr und einer Auswahl aus Wesel an. Ein Platzkonzert, Löschvorführungen der Werkfeuerwehr der Chemischen Fabrik Kalk und der Freiwilligen Feuerwehr Worringen, eine technische Ausstellung des Johanniterordens Köln und der Werkfeuerwehr der Chemischen Fabrik Kalk, Ponyreiten für die Kinder und eine Ballonfahrt waren die Höhepunkte des Sonntages. Schirmherrin der Gesamtveranstaltung war die Stadtverordnete Frau Maria Müller.

Der Reinerlös diente der Anschaffung eines Kleinbusses, der im Herbst 1974 dem Bildungs- und Pflegeheim für geistig und körperlich behinderte Kinder in Düngelheim bei Mayen in der Eifel übergeben werden konnte. Im Juni 1976 trat Oberbrandmeister Peter Weihrauch nach fast 14jähriger hervorragender Arbeit zurück. In den nächsten Jahren führten folgende Brandmeister die Löschgruppe:

1976 -1978 Ottobert Schmitz 1978-1979 Peter Güsgen 1979 -1984 Josef Crombach.

unter dieser Überschrift feierte die Löschgruppe vom 22.-24. Mai 1981 ihren großen Jubiläumstag. Aus diesem festlichen Anlass wurden eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt, angefangen bei der Jubiläumsfeier am 22. Mai, Delegiertenversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes und Tanzabend am 23.Mai bis zu Vorführungen und einer Fahrzeugschau am 24.Mai. Alle Veranstaltungen waren gut besucht und der Löschgruppe wurden von allen Seiten Glückwünsche übermittelt. Schirmherr der Veranstaltung war Peter Paul Nesseler. Im Dezember 1984 übernahm Peter Mehrheim die Löschgruppe als Brandmeister. Ein Jahr später folgte die Ernennung zum Oberbrandmeister.

In den folgenden Jahren wurde die Löschgruppe neu positioniert. Neben einem kontinuierlichen Zuwachs an Mitgliedern, wurde auch der Neubau des Gerätehauses vorangetrieben.

Die Löschgruppe wuchs von 14 Mitgliedern im Jahre 1984 auf 29 Mitglieder im Jahr 1990.

Im Jahre 1989 wurde der Grundstein für das neue Gerätehaus gelegt umd am 10. November 1990 erfolgte die Übergabe des Gerätehauses an die Löschgruppe.

Das neue Gerätehaus war die Initialzündung für viele Aktivitäten, die in den folgenden Jahren von der Löschgruppe ausgingen. Insoweit kann man in der Rückschau von den "Goldenen 90ern" der Löschgruppe sprechen.

In den Jahren 1990-1992 veranstaltete die Löschgruppe Fühlingen recht erfolgreich drei Hallenfußballturniere. Die Freiwilligen Feuerwehren Kölns ermittelten im Rahmen eines eintägigen Fußballturniers, die Löschgruppe, die die "talentiertesten" Kicker in ihren Reihen hatte. Im Jahr 1991 waren die Kicker der Löschgruppe Fühlingen hierbei am Erfolgreichsten.

Am 27. April 1991 wurde das Gerätehaus unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und von Politik und Verwaltung offiziell mit einem großen Fest an die Löschgruppe übergeben.

In Zusammenarbeit mit den Löschgruppen Volkhoven und Weiler wurde unter der Führung der Löschgruppe Fühlingen die erste Stadtmeisterschaft der Freiwilligen Feuerwehren Kölns veanstaltet. In kooperation mti dem City-Center Chorweiler wurde das Thema Feuerwehr 14 Tage lang mit einer großen Ausstellung und mit vielen spektakulären Aktionen der Bevölkerung präsentiert. Höhepunkt war die erste Stadtmeisterschaft auf dem großen Parkplatz vor dem City Center in Chorweiler. Über 100.000 Besucher nahmen sich Zeit dafür, die Ausstellung und die verschiedenen Aktionen zu besuchen.

Die Veranstaltung setzte Maßstäbe nicht nur in Köln, sondern in ganz Nordrhein- Westfalen und gilt bis heute immern noch als eine der größten Feuerwehrveranstaltungen im Lande.

Neben der Ausrichtung des Stadtfeuerwehrtages gab es noch ein wichtiges Ereignis in der Chronik der Löschgruppe Fühlingen. Unter der Führung der Jugendwarte Frank Strelow, Markus Mülfarth und Holger Meerländer wurde am 15. Januar 1992 die Jugendfeuerwehr Fühlingen gegründet. Mit der damaligen Gründung der Jugendfeuerwehr schuf sich die Löschgruppe ein gesundes Fundament für ihren Fortbestand. Die Löschgruppe hat in den folgenden Jahren immer wieder aktive Mitglieder aus den Reihen der Jugendfeuerwehr übernommen.

Im Jahr 1993 wurde der erste gemeinnützige Förderverein einer Freiwilligen Feuerwehr in Köln durch Mitglieder der Löschgruppe Fühlingen gegründet.

In Zeiten knapper werdender kommunaler Mittel ging die Löschgruppe Fühlingen wieder neue Wege, um notwendige Anschaffungen und insbesondere auch die Arbeit der Jugendfeuerwehr finanziell unterstützen zu können. In kurzer Zeit konnte der Förderverein annähernd 50 Fühlinger Bürger für die Idee des Fördervereins begeistern. Diese Fühlinger Bürger unterstützen ihre Löschgruppe jährlich mit einer Spende. Der Erfolg dieses Modells wurde in den folgenden Jahren in vielen Kölner Löschgruppen übernommen.

Im Jubiläumsjahr konnte die Löschgruppe aufgrund der großzügigen Unterstützung durch den Förderverein ein neues Jugendgruppenfahrzeug erwerben. Dieses Fahrzeug wurde im Rahmen der 100 Jahr Feier am 4. August 2006 offiziell übergeben.

Im Jahr 1998 wurde der bisher letzte Wechsel an der Spitze der Löschgruppe Fühlingen vollzogen. Nach über 14 Jahren sehr erfolgreicher Arbeit übergab Peter Merheim die Geschäfte an seinen Stellvertreter Matthias Weber. Beide Kameraden waren und sind darüber hinaus über viele Jahre auch in der Verbandsarbeit des Stadtfeuerwehrverbandes Köln e.V., der Dachorganisation der Kölner Freiwilligen Feuerwehren, engagiert.

Im Jahr 2002 wurde von der Löschgruppe eine große Verbandsübung in Etzweiler organisiert und durchgeführt. Die Löschgruppe probte mit den benachbarten Löschgruppen den Einsatz einer Großschadenslage.

Am 01.03.2005 übernahm die Löschgruppe Fühlingen das Einsatzgebiet Volkhoven/Weiler. Die Einheit Volkhoven/Weiler hatte sich leider auflösen müssen.

In den folgenden Monaten galt das von Fühlingen ausgearbeitete Konzept in die Praxis umzusetzen. Die Löschgruppe Fühlingen ist derzeit die einzige Einheit in Köln, die an zwei Standorten stationiert ist. Im Alarmfall agieren die Einsatzkräfte in einem Rendez-vous-System.

Besonders wichtig war es für alle Beteiligten, die Jugendarbeit zu erhalten. Hier sind die Verdienste des Kameraden Markus Vigelius hervorzuheben. Im gelang es, in der Umbruchphase die Jugendfeuerwehr Volkhoven/Weiler zu erhalten. Heute betreut der Kamerad Vigelius mit seinem Jugendteam insgesamt 25 Jugendliche.

1906 wurden die Löschgruppen Fühlingen und Weiler neu gegründet, im Jahr 2005 finden die Einheiten wieder zusammen – man kann sagen, der Kreis hat sich wieder geschlossen.


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